Dr. med. Rico Stocker, Davos
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Verhalten

Klaren Kopf bewahren!

Verhalten in Notfällen

Wenn ich von einem Patienten daheim angerufen werde, werde ich meist höflich um meine Hilfe gefragt und wenn ich ausrücken muss, bedankt man sich in der Regel freundlich für meine Mühe.

Wenn ich Notfalldienst habe, sind die gleichen Leute oft viel fordernder, oft nervös und unfreundlich. Man diktiert mir, dass ich sofort kommen muss. Alles scheint selbstverständlich. Wenn man einen Termin gibt in zwei Stunden, erscheint das den Leuten zu lang bei einem Problem, wo sie unter der Woche gut 6 Stunden später einen Termin bekommen.

Wenn ich in der Nacht geweckt werde, schwatzen mir die Leute oft die Ohren voll, so dass ich das ganze gar noch nicht aufnehmen kann. Auch ein Doktor ist nur ein Mensch, der auch mal zuerst wach werden muss. Man soll dem Arzt auch seinen Wunsch mitteilen (z.B. ob ich vorbeikommen könnte) und nicht mir einfach mitteilen, dass man sich nicht gut fühlt. Es macht auch Sinn, die Beschwerden möglichst klar anzugeben, dass man sich schon am Telefon ein Bild machen kann. Manchmal besteht auch die Möglichkeit, noch ein geeignetes Medikament zu holen und mitzunehmen.

Immer wieder gibt es Leute, die völlig falsche Vorstellungen haben von einem Notfallarzt. Man erwartet, dass ich gleich mit Labor und Röntgenmaschine vorbeikomme, was natürlich nicht der Fall ist. Ich lande auch nicht mit dem Helikopter auf dem Dach ihres Hauses.

Manchmal scheint es auch sinnvoller, die Leute direkt ins Spital zu schicken, was dann von einigen Leuten mit Undank belohnt wird.

Man kann es nicht allen recht machen und es kommt vor, dass ich den ständig wachsenden Ansprüchen nicht genüge und die Leute hängen einfach auf. So ein Verhalten frustriert mich sehr, wenn ich es auch mit einer gewissen Angst in einer Notfallsituation entschuldigen kann.